München: Niederländer verletzt
Bangen um Robben und Lewandowski
Etwas mehr als eine Stunde war gespielt, da machte sich Bayerns pfeilschneller Flügelstürmer bereit, um aufs Spielfeld zu gehen. In der 68. Minute war es dann soweit: FCB-Trainer Josip Guardiola wechselte Robben unter tosendem Applaus der Fans für Thiago ein. Es war der erste Auftritt des 31-Jährigen seit seiner Verletzung Ende März.
Von langer Dauer sollte er dann aber nicht sein, denn nur einen gefühlten Wimpernschlag später griff sich Robben nach einem Sprint ans linke Bein und musste alsbald ausgewechselt werden. Götze kam nach 84 Minuten ins Spiel, Robben verließ sichtlich angesäuert den Rasen und begab sich schnurstracks in die Katakomben der Allianz-Arena zu weiteren Untersuchungen. Am Abend folgte dann die Nachricht: Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade. Bestätigt sich das, dann dürfte ein Einsatz am kommenden Wochenende in der Bundesliga am Samstag in Leverkusen (LIVE! ab 18.30 Uhr bei kicker.de) und - was wohl viel schlimmer wiegt - im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales beim FC Barcelona am darauffolgenden Mittwoch (LIVE! ab 20.45 Uhr) äußerst unwahrscheinlich werden.
Pech hatte auch Robert Lewandowski, der nach schweren Zusammenprall mit BVB-Keeper Mitchell Langerak in der 117. Minute eine Gehirnerschütterung erlitt und nach Spielende umgehend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde.
VfB kontra Aufsichtsrat Müller
"Alexander Zorniger wird ab kommender Saison den VfB trainieren", sagte Hansi Müller am Montagabend in einem Talk bei "Servus-TV". Auf Nachfrage, ob dies auch für die 2. Liga gelte, sagte Müller: "Kann ich mir vorstellen." Damit lässt er durchblicken, dass man zwar kurz vor einer Einigung steht, ein Vertrag scheint indes noch nicht unterschrieben zu sein, wie einige Medien bereits berichtet hatten. Beim VfB führten die Aussagen intern zu Unruhe und die Drähte zwischen den Verantwortlichen glühten am Dienstagvormittag.
Nur wenige Stunden gingen ins "Ländle", ehe der Verein dann mit einer Stellungnahmen reagierte. "Der VfB Stuttgart hat mit keinem Trainer einen Vertrag über die laufende Saison hinaus geschlossen", heißt es dort. Trainer Huub Stevens genieße weiter vollstes Vertrauen, er verfüge über einen enormen Erfahrungsschatz und sei der richtige Mann.
Es ist weniger der Fakt, dass der VfB mit Zorniger offenbar kurz vor einem Abschluss steht, relevant, als das Bild, dass der VfB mal wieder in der Öffentlichkeit abgibt. Präsident Bernd Wahler hat sich öffentlich rar gemacht und Sportvorstand Robin Dutt versucht, alle Kräfte auf den Abstiegskampf zu bündeln. Immer wieder stellt Dutt klar: "Wir konzentrieren uns nur auf den Klassenerhalt" - verständlich. Was Stevens von den Diskussionen hält, kann man sich vorstellen. Der Niederländer hat noch einen Vertrag bis Saisonende.
Dutt: "Wir brauchen Geschlossenheit"
"Huub und ich haben ein enges Vertrauensverhältnis und ich bin sehr froh, dass auch er sich von äußeren Einflüssen nicht aus dem Konzept bringen lässt", zeigte sich Dutt bemüht, die Wogen zu glätten und betonte: "Wir brauchen die Geschlossenheit, die das Trainerteam, die Mannschaft und die Mitarbeiter derzeit vorleben."
Solche Spekulationen sind kontraproduktiv und entsprechen nicht unserem Selbstverständnis.Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Joachim Schmidt
Deutlich wurde Stuttgarts Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Joachim Schmidt: "Aufsichtsrat und Vorstand des VfB Stuttgart haben einvernehmlich beschlossen, in der schwierigen sportlichen Situation des Vereins geschlossen nach außen aufzutreten. Insofern sind solche Spekulationen kontraproduktiv und entsprechen nicht unserem Selbstverständnis."
Auch bei der Entlassung von Fredi Bobic stand der Aufsichtsrat im Verdacht, Interna zu dieser Personalie ausgeplaudert zu haben. Im September musste Wahler Medienberichte bestätigen, dass der Sportdirektor vor seiner Entlassung stehe. Bobic war erst kurz vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund über seine Demission informiert worden, nachdem erste Medienberichte bereits im Umlauf waren.
Bobic hatte danach im Interview mit dem kicker bereits deutliche Kritik am Aufsichtsrat geübt. "Das Problem ist, dass der Aufsichtsrat die Politik des Vereins bestimmt. Obwohl er eigentlich nur die Rolle als Kontrollorgan hat. Stattdessen wird von den Gremien viel zu viel gesprochen, und das auch nach außen." Damit sollte Bobic Recht behalten.
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