sábado, 27 de junho de 2015

Matthias Ginter bei U21-EM: Wieder der Alte

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Nach einer Saison zum Vergessen ist Ginter endlich wieder unumstritten. Als Anführer der DFB-U21 rechtfertigt er das Hrubesch-Vertrauen. Danach will er durchstarten.


Horst Hrubesch ist ein sehr aufgeräumter Mann. Per Augenkontakt richtet er seine Antworten an den Fragensteller. Er begegnet ihm auf einer persönlichen, nie unnahbaren Ebene, um danach klare und meist prägnante Sätze zu formulieren. Nur über Vertrauen spricht er gerne ausschweifender. Für ihn ist jenes die Basis jedweder Zusammenarbeit. Ob von Trainer zu Spieler oder von Spieler zu Trainer, die gegenseitige Achtung genießt für ihn oberste Priorität.
"Ich hatte eineinhalb Jahre Zeit. In der Zeit wurde aufgezeigt, dass wir uns einerseits gut verstehen und wir andererseits aufeinander bauen können", sagte Hrubesch über seine Mannschaft vor dem Halbfinale gegen Portugal (18 Uhr im LIVE-TICKER) und schob hinterher: "Ich kann ihnen soweit vertrauen, dass ich das kriege, was ich erwarte." Etwa setzte er auf Matthias Ginter, einen Verteidiger, der bei Borussia Dortmund gerade das kniffligste Jahr seiner jungen Karriere hinter sich gelassen hat. Auf einen Shootingstar, der die knallhart leistungsorientierten Mechanismen im Profi-Geschäfts zu spüren bekam.
Lange strebte Ginter rasant gen Spitze. Er etablierte sich in Freiburg, organisierte die Defensive, fuhr sogar mit zur WM. Dort erlebte er sein persönliches Sommermärchen und bejubelte von der Bank aus den Triumph. Zwar blieb ihm ein Einsatz verwehrt, Weltmeister war er, der Matze aus Freiburg, trotzdem. Ein Höhepunkt jagte den nächsten. Kurz darauf wurde sein Transfer publik. In Schwarz-Gelb sollte er die nächste, so wichtige Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen – aber der Rückenwind verkam zur Last.
Fußballerische Auferstehung bei der U21
"Der Nichtabstieg mit Freiburg, das Nationalmannschaftsdebüt, die Weltmeisterschaft – es war ein Riesenjahr", so Ginter im Spox-Interview. Sein Tiefflug begann jedoch nach neun Sekunden der neuen Saison, mit dem schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte von Leverkusens Karim Bellarabi. Der Verein geriet in Turbulenzen. Und Ginter auch. Plötzlich ließ er die Leichtigkeit des Seins, seine Unbekümmertheit vermissen, wirkte blockiert und verunsichert.
Fern vom heimischen Nest war er auf sich alleine gestellt. Eine harte Situation für einen 21-Jährigen: "Daran konnte ich sehen, wie schnell es im Fußball in beide Richtungen gehen kann." Er steckte plötzlich hinter gestandenen Recken fest. Hummels, Subotic und Sokratis hießen sie, nicht mehr Diagne oder Jullien. Je näher der Sommer kam, desto lauter wurden die Spekulationen. Seine Zeit in Dortmund sei zu Ende, hieß es, ein Abschied nach Gladbach realistisch.
Er selbst flüchtete vor dem Getöse. In den Tiroler Bergen, im Herzen Österreichs, fand er bei der U21 seine innere Ruhe. Und Vertrauen. "Ich kenne Matze jetzt fünf Jahre und weiß, was er spielen kann", sagte Hrubesch. Nachdem die Beine zum Start gegen Serbien noch zitterten, strahlt Ginter nun diese Souveränität aus. Er ist der Abwehrchef und über jeden Zweifel erhaben.
"Haben den alten Matze wieder"
"Ich möchte versuchen, mit meiner Erfahrung voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen", sagte er vor dem Turnier. Brasilien kam dafür zu früh, trotzdem habe er reichlich Erfahrung daraus gezogen. Er durfte hautnah miterleben, wie man vorangeht, ein Team führt. Und das lebt er vor, gibt Kommandos sowie Dominique Heintz Halt, der herausragenden Offensivabteilung Ausgeglichenheit. Er entschleunigt, wenn es die Situation erfordert. Er zieht das Tempo an, wenn er es für richtig hält.
Wie sehr ihn die letzte Saison wurmte, ließ er beim 3:0 über Dänemark erahnen. Nach seinem Kopfballtreffer jubelte er und legte den Finger auf seine Lippen. Ein Zeichen an die Kritiker. Der Gerüchte hatte er sich bereits zuvor entledigt: "Ich habe immer gesagt, dass Dortmund mein Herzensverein ist." Er nimmt die Herausforderung unter Thomas Tuchel an. Die Qualitäten dazu hat er fraglos, bei der U21 gab er bislang eine Kostprobe davon. Überrascht zeigte sich Hrubesch auf Goal-Nachfrage keineswegs.
"Er hat eine super Vorbereitung gemacht. Wenn man das erste und das dritte Spiel sieht, denke ich, haben wir den alten Matze wieder. Darüber bin ich heilfroh", strahlte der Trainer. Er schenkte ihm das Vertrauen. Ginter vermag es zurückzuzahlen. Da darf man schon mal ausführlicher antworten 

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