domingo, 28 de junho de 2015

Was Löw beim 7:1 gegen Brasilien in der Pause sagte



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Vor rund einem Jahr demütigte Deutschland WM-Gastgeber Brasilien. Trotz eines 5:0 zur Pause hielt Bundestrainer Löw eine flammende Rede. Er warnte vor Arroganz und drohte für das Finale mit der Bank.



Historisch. Brutal. Unglaublich. Was sich vor knapp einem Jahr am Abend des 8. Juli in Belo Horizonte abspielte, war in Worte kaum zu fassen. So irreal schien das, was sich da auf dem Rasen abspielte. Deutschland und der WM-Gastgeber Brasilien standen sich im Halbfinale gegenüber. Ein Spiel auf Augenhöhe, dachten sich viele im Vorfeld. Doch was die Fans im Stadion und die Millionen weltweit vor den Bildschirmen zu sehen bekamen, war eine der größten Erniedrigungen in der Fußball-Geschichte: Deutschland demütigte die Selecao mit 7:1 und ebnete sich glanzvoll den Weg ins Finale.
Für viele Fußball-Fans steht diese Partie über allem. Eine Partie, in der das Team von Bundestrainer Joachim Löw zur Halbzeit bereits mit 5:0 führte.

"Hansi, sag mal, ist das wirklich real?"

Wenn Joachim Löw über das historische Ereignis spricht, spürt man sofort, wie fest bestimmte Dinge in seinem Gedächtnis verankert sind. Bis ins letzte Detail hatten die Trainer und Scouts die Spielweise der Brasilianer vor dem Halbfinale analysiert und dabei Schwachstellen in der Defensive ausgemacht. Dass sich seine Mannschaft am Ende so in einen Rausch spielt, hätte Löw nie für möglich gehalten.
"Das war damals ein Mix aus absoluter Freude und Ungläubigkeit. Ich weiß noch, wie ich nach rund 30 Minuten Hansi Flick (Co-Trainer, d. Red.) gefragt habe: 'Hansi, sag mal, ist das wirklich real, was hier passiert?' Es stand 5:0, es war das Halbfinale gegen den Gastgeber. Das war nicht zu begreifen", sagte Löw jetzt rückblickend in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". In der Halbzeit, beim Gang in die Kabine, habe der 55-Jährige eine ganz tiefe Freude verspürt. Weil er sich sicher war, dass die Mannschaft ein 5:0 nicht mehr aus der Hand geben würde.
Und dennoch, die Führung gab Löw keinen Anlass, in Euphorie zu verfallen. Ganz im Gegenteil, lange hätte er, wie er knapp ein Jahr später gesteht, nicht mehr so intensiv über eine Halbzeitansprache nachgedacht wie an jenem Abend. Löw zog sich damals ein bisschen zurück und sortierte seine Gedanken, bevor er zu seiner Mannschaft sprach. Die Worte, die er schließlich an die Spieler richtete, zollten von einer Menge Respekt und Hochachtung vor dem Gegner.

Löws Bitte um Respekt

"Ich habe gesagt: 'Leute, wir führen 5:0. Aber ich erwarte von euch, dass ihr weiter konzentriert, diszipliniert, seriös spielt.' Mir war klar, dass die Brasilianer ihrer Nation und auch dem Rest der Welt noch einmal etwas bieten wollten, auch wenn das Spiel entschieden war. Deshalb war es mir wichtig, dass jeder von uns seine Aufgabe genauso angeht wie zu Beginn des Spiels", sagte Löw. Wohl wissend, dass die Brasilianer seinen Spielern das WM-Endspiel wohl nicht mehr streitig machen können, drohte er seinen Spielern damals in der Halbzeitpause.
"Ich habe den Spielern gesagt, dass derjenige ein Problem im Hinblick auf einen Einsatz im Finale bekommt, der das nicht mehr für nötig hält. Denn ich wollte nicht, dass irgendeiner anfängt, die Brasilianer vor einem Millionenpublikum lächerlich zu machen. Der Respekt der Brasilianer gegenüber uns war im ganzen Land sehr groß. Und für mich war völlig ausgeschlossen, dass wir sie demütigen oder ihnen nun arrogant begegnen. Bei unserer Heim-WM 2006 haben wir selbst erleben müssen, wie schmerzvoll es ist, vor eigenem Publikum das WM-Endspiel zu verpassen", berichtet Löw von den Minuten aus der Kabine in Belo Horizonte.
Seine Mannschaft hielt sich an die Worte des Trainers. Schürrle erzielte nach den Toren von Müller, Klose, Khedira und Kroos (2) in der zweiten Halbzeit zwar noch zwei weitere Treffer. Aber der Jubel hielt sich in Grenzen. Die Freude über den Finaleinzug war zwar groß. Aber die deutschen Spieler wussten in den Minuten des Triumphs respektvoll mit den gedemütigten und teilweise weinenden Brasilianern umzugehen.


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