Überblick: Wolfsburg kann's auch ohne De Bruyne
Pechvogel Hlousek - Chancentod Harnik
Der VfB Stuttgart war sowohl gegen Köln als auch in Hamburg mit wehenden Fahnen untergangen und hatte vor allem Defensiv große Lücken offenbart. Der Glaube an das Team ist in Stuttgart aber ungebrochen. "Wir sind von unserer Mannschaft und unserer Konzeption voll überzeugt", sagte Sportvorstand Robin Dutt vor dem Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht, die mit dem alten VfB-Trainer Armin Veh ebenfalls den ersten Dreier anpeilte. Die Hessen bekamen die Führung dann auf dem Silbertablett serviert: Hlousek lenkte einen Seferovic-Kopfball unglücklich ins eigene Netz (11.). Der VfB bewies jedoch Moral, zog erneut sein aggressives und laufintensives Spiel auf und glich durch Didavi aus (30.). Harnik hätte den Spieß gar noch drehen können, doch der Österreicher scheiterte aus zwei Metern kläglich (34.).
Die Quittung folgte auf den Fuß, als Castaignos einen Konter prima abschloss und der Eintracht die 2:1-Pausenführung einbrachte. In der Pause musste Veh wechseln, da sowohl Chandler (Knie verdreht) als auch Russ (Oberschenkelprobleme) verletzungsbedingt aufgeben mussten. Mit Ignjovski und Abraham kam es bei der Eintracht nicht zum Bruch im Spiel, anders beim VfB, der schon wieder einen Platzverweis kassiert: Diesmal sah Tyton wegen Notbremse die Rote Karte. Vlachodimos wurde ins kalte Wasser geworfen, war bei Sefeorvics Elfmeter aber machtlos (69.). Damit nicht genug, denn Castaignos sorgte kurz vor Schluss noch für den 4:1-Endstand (87.). Für die Eintracht war es der erste Sieg seit November 2014.
FCI: Torwartrotation und drei Punkte
Das bayerische Derby zwischen Augsburg und Ingolstadt war lange Zeit eine hart umkämpfte Angelegenheit. Das war der Spielweise der Schanzer, bei denen Trainer Ralph Hasenhüttl wieder im Tor rotieren ließ und diesmal Özcan den Vorzug gab, geschuldet. Die Ingolstädter kauften dem FCA mit viel Biss den Schneid ab und machten ein Stück weit den besseren Eindruck. Pech hatte aber Suttner mit seinem direkten Freistoß, der an die Latte klatschte (31.). Die Schwaben wachten erst nach Wiederanpfiff auf, mussten dann aber erneut mit ihrer schlechten Chancenverwertung hadern, so vergab Werner aus vier Metern (53.). Das rächte sich, denn Leckie düpierte den in dieser Szene unglücklich agierenden Hitz aus 22 Metern ins rechte Eck. Es sollte der goldene Treffer bleiben, der dem FCI den ersten Pflichtspielsieg gegen die Fuggerstädter einbrachte.
HSV verliert Adler, Spahic und das Spiel
In Köln war der Hamburger SV zu Gast und musste in der 40. Minute eine bittere Pille schlucken: Torhüter Adler verletzte sich an der Schulter und musste daraufhin raus. Hirzel kam so unverhofft zu seinem Bundesliga-Debüt. Spielerisch war die Partie kein Zuckerschlecken, hüben wie drüben mangelte es an Struktur und zündenden Ideen. Das änderte sich aber unmittelbar nach Wiederanpfiff, als Schipplock gut bis zur Grundlinie durchbrach und anschließend wohlüberlegt nach hinten zu Holtby passte, der die Hanseaten in Führung brachte. Die Freude darüber währte aber nicht lange, denn im weiteren Verlauf überschlugen sich die Ereignisse: Zuerst glich der eingewechselte Hosiner bei seinem Bundesliga-Debüt für den Geißbock-Klub aus (76.), doch dann stellte Schiedsrichter Deniz Aytekin Hamburgs Spahic wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz und gab zudem Strafstoß - eine sehr harte Entscheidung. Der Bosnier ging ungläubig vom Feld, HSV-Trainer Bruno Labbadia kochte vor Wut und Modeste stellte auf 2:1 für Köln (81.). Dabei blieb es dann auch, sodass der FC weiterhin ungeschlagen ist.
Mainzer Muto kommt gleich auf den Geschmack
Mann des Tages in Mainz war Neuzugang Muto. Der Japaner erzielte beim Abschiedsspiel von Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner gleich seine ersten beiden Tore in der Bundesliga und führte die Hessen so zu einer 2:0-Pausenführung. Nach Wiederanpfiff stellte Malli schließlich den 3:0-Endstand. Während die Mainzer mit zwei Siegen aus drei Spielen nach oben blicke dürfen ist der Katastrophenstart der 96er, die noch immer auf den ersten Sieg warten, perfekt.
Darmstadt: Drittes Remis im dritten Spiel
Ein eher schwaches Spiel sahen die Zuschauer in Darmstadt. Die Lilien kamen gegen Hoffenheim nicht über ein 0:0 hinaus. Lange Zeit neutralisierten sich beide Mannschaften auf überschaubarem Niveau, erst Zum Ende hin wurde es besser - und turbulenter. Die Kraichgauer hätten in dieser Phase beinahe die drei Punkte entführt, doch Kuranyi rutschte zuerst am Ball vorbei (82.) und scheiterte dann an Caldirola, der spektakulär per Spagat auf der Linie rettete (90.+1). Die TSG muss damit weiterhin auf den ersten Dreier warten, während die Lilien mit drei Remis aus drei Spielen noch immer ungeschlagen sind.
Topspiel am Abend: Bayern vs. Bayer
Das Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr)bestreiten die jeweils ohne Punktverlust in die Liga gestarteten Teams von Bayern und Bayer (je 2/0/0). Die Münchner haben nach der Gelb-Roten Karte für Boateng Engpässe in der Innenverteidigung, wo auch Badstuber und Benatia fehlen. Dante und Rafinha stehen als Ersatz in der Dreierabwehr bereit. "Wir werden das kompensieren. Und dann schlägt Mentalität Qualität", meint FCB-Sportvorstand Matthias Sammer. Kann die Leverkusener Pressing-Maschine von diesen Personalrochaden des Gegners profitieren? Die Werkself erntete bislang die Früchte ihres aggressiven Stils und kann sich zudem auf die Standards von Calhanoglu verlassen. "Wenn er schießt, drehe ich schon immer leicht ab zum Jubeln", lachte Mittelfeldmann Kramer. Unterm Strich ein Rezept, um die Bayern zu schlagen? Neuzugang Kampl (kam aus Dortmund, während Son nach Tottenham wechselte) könnte bei Erhalt der Spielgenehmigung schon eine Option für die Werkself werden.
Bleibt Dortmund ohne Gegentor?
Einen perfekten Saisonstart erlebte Dortmund: Zwei Spiele, sechs Punkte und mit 8:0 Toren die beste Offensive sowie Defensive der Bundesliga. In der Summe bedeutet das: Tabellenführung! "Ein schönes Bild. Das kann gerne so bleiben", schwärmt BVB-Coach Thomas Tuchel. Damit es dabei bleibt, braucht die Borussia einen Dreier am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) gegen Hertha BSC. Die Berliner sind gewarnt: "Dortmund hat eine schnelle Mannschaft", weiß Trainer Pal Dardai und will entsprechend reagieren. Ob der Ungar dabei gleich auf Neuzugang Stark zurückgreift? "Ich bin schon sehr geil drauf. Ich bin voll da und möchte am liebsten so früh wie möglich spielen", sehr der Abwehrmann. Zudem hofft die Alte Dame weiter auf den Killerinstinkt: In den 17 Partien unter Dardai gelang den Hauptstädtern nie mehr als ein Tor pro Spiel - viermal traf Hertha überhaupt nicht ins Ziel.
Bremen: Mit "Erwachsenenfußball" gegen lahmende Fohlen
Laut dem noch nicht ganz aussagekräftigen Tableau ist das Sonntagabendspiel (17.30 Uhr) zwischen Bremen und Mönchengladbach ein Kellerduell. Dennoch weiß Werder, mit dem Schlusslicht kommt ein "sehr starker Gegner. An den ersten fünf Spieltagen lohnt es sich nicht, auf die Tabelle zu gucken. Es wird immer solche Überraschungen geben", sagt Innenverteidiger Lukimya, der im "Erwachsenenfußball" von Trainer Viktor Skripnik zu einer zuverlässigen Größe avanciert ist. Die Fohlen sind hingegen in der Startbox stehen geblieben. Einen Null-Punkte-Start (1:6 Tore) hatte am Niederrhein niemand erwartet. "Momentan ist alles etwas mühsamer", gibt Sportdirektor Max Eberl zu und ergänzt mit einem Augenzwinkern, "aber wir werden unsere Mannschaft jetzt nicht von der Champions League abmelden." Borussia-Coach Lucien Favre muss dennoch hart an den Baustellen arbeiten und kündigte "intensive Arbeit an der Basis, am Defensivverhalten" an.
Wolfsburg: Alles klar dank Schweizer Doppelpack
Am Freitagabend eröffnete der 3. Spieltag mit der Partie zwischen Wolfsburg und Schalke. Vor allem die Wölfe wollte die Chance ergreifen, um neben dem De-Bruyne-Hick-Hack auch wieder für sportliche Schlagzeilen zu sorgen. Und das gelang auch: Ohne die abwanderungswilligen De Bruyne, dessen Wechsel zu Manchester City laut Klaus Allofs nur noch Details im Wege stehen, und Perisic, der zu Inter Mailand möchte, legten die Wölfe einen exzellenten Start hin und führten nach einer Flanke von Träsch und einem Treffer von Dost rasch mit 1:0 (17.). Danach wachten die anfangs sehr passiven Schalker zwar auf, und drängten fortan auf den Ausgleich. S04 blieb aber vor dem Tor viel zu harmlos - und kassierte dafür in Durchgang zwei die Quittung: Erst verwandelte Rodriguez einen glasklaren Elfmeter (Kolasinac an Luiz Gustavo) sicher zum 2:0 (59.), ehe sein Schweizer Landsmann Klose nach einer Ecke das 3:0 markierte (61.). Der eidgenössische Doppelpack nahm dann auch die Rest-Spannung aus der Partie, die am Ende ein klares Statement der Niedersachsen war, die eindrucksvoll zur Schau stellten, dass sie auch ohne De Bruyne eine ernstzunehmende Mannschaft sind. Der VfL bleibt damit in der laufenden Saison ungeschlagen, Schalke kennt nun das Gefühl der Niederlage.
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