Heute Abend (20.15 Uhr) findet das erste reguläre Montagsspiel in der Fußball-Bundesliga statt – Werder Bremen empfängt den VfB Stuttgart zum Abstiegsduell.
Die DFL (Deutsche Fußball-Liga) begründet die Entscheidung mit der hohen Auslastung der Polizei am 1. Mai.
Die Entscheidung stößt auf Kritik von Fanseite. Großteile der Stuttgarter Fanszene wollen die Begegnung boykottieren. Daniel Epple ist 30 Jahre alt und aktives Mitglied beim "Commando Cannstatt". Er geht seit 13 Jahren ins Stadion und hat in dieser Saison noch kein Spiel verpasst.
Herr Epple, was machen die Mitglieder vom "Commando Cannstatt" am Montagabend?
Epple: Da gibt es keine klare Linie. Ich werde in der Kneipe schauen. Andere werden das Spiel ganz bewusst gar nicht ansehen. Es geht aber nicht nur um das "Commando Cannstatt". Das ist kein reiner Ultras-Boykott. Die gesamte Fanszene hat sich darauf verständigt, auch die "normalen" Fanclubs.
Wie viele Stuttgarter Anhänger werden in Bremen sein?
Epple: Ich schätze, es werden schon bis zu 200 Gästefans im Stadion sein. Aber das Wesentliche ist, dass die Zaunfahnen nicht da sind, und die lautstarken Gruppen.
Was sind die Gründe für den Boykott?
Epple: Ein Auswärtsspiel in 650 Kilometern Entfernung am Montagabend bedeutet für Arbeitnehmer zwei Tage Urlaub. Für Schüler gibt es gar keine Möglichkeit. Hinzu kommt, dass die Ansetzung noch abhängig vom Abschneiden von Dortmund in der Europa League und Wolfsburg in der Champions League war. Erst zwei Wochen vor dem Spiel stand fest, dass wir wirklich montags spielen sollen. Das geht nicht, zumal der Montag ja sozusagen ein erfundener Spieltag ist. Die Fanclubs machen Sammelbestellungen von Karten, organisieren Busse. Es gibt Fans, die haben einen Städtetrip nach Bremen am Wochenende geplant. Die fahren jetzt am Sonntag heim, ohne das Spiel gesehen zu haben.
Wie ist der Boykottaufruf in der Fanszene aufgenommen worden? Immerhin ist die Partie ein direktes Duell um den Klassenerhalt, bei einer Niederlage würde Stuttgart auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen.
Epple: Das ist natürlich vor dem Hintergrund der sportlichen Situation nicht ganz einfach. Es gibt auch Leute, die sagen: Da müssen alle hin und die Mannschaft unterstützen. Aber man muss das auch langfristig sehen. Wenn Montagsspiele Usus werden, wird die Unterstützung für die Mannschaft generell schwieriger.
Die DFL nennt Wünsche der Sicherheitsorgane als Grund für die Verlegung. Diese sollen die DFL um einen Verzicht auf Spiele am 1. Mai (Sonntag) gebeten haben, aufgrund der hohen Auslastung der Polizei durch Demonstrationen am Maifeiertag.
Solidarisierung: Auch Fans des FC Bayern protestieren gegen Montagsspiele
Epple: Es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben. Man hätte das Spiel auf Samstag legen können. An den beiden Spieltagen darauf finden ja auch jeweils neun Spiele zeitgleich statt. Die Ansetzung am Montag ist meiner Meinung nach ein Testballon. Man möchte schauen, was für eine Quote das Spiel bringt. Im Hinblick auf die Montagsspiele, die ja ab der übernächsten Saison geplant sind. Und da nimmt man natürlich eine attraktive Partie, wie Bremen gegen Stuttgart. Auch wenn das für Auswärtsfans die weiteste Anreise überhaupt an diesem Spieltag beinhaltet.
Sie sehen die Begründung also als vorgeschoben?
Epple: Es ist nicht erst seit gestern klar, dass der 1. Mai auf einen Sonntag fällt. Da kann man frühzeitig Lösungen finden. Als Fan gewinnt man zudem den Eindruck, dass bei DFL-Abwägungen immer viele Interessen berücksichtigt werden – von den Fernsehpartnern bis zur Polizei. Nur Faninteressen stehen immer ganz hinten an.
Auch Bremer Ultragruppen solidarisieren sich und wollen auf die übliche lautstarke Unterstützung verzichten. Aber bringt so ein Fan-Boykott denn etwas?
Epple: Das ist langfristig ein Kampf gegen Windmühlen, das ist mir auch klar. Aber wir wollen zumindest Aufmerksamkeit erregen, auch medial. Wir wollen zeigen, was die Zerstückelung für Fußballfans bedeutet. Und wir wollen auch die Vereine in die Pflicht nehmen. Die machen es sich oft einfach und sagen: Die DFL will das so. Aber die DFL ist die Interessenvertretung der Vereine. Und die sollten sich auch mal für ihre Fans einsetzen.
Die Bundesliga ist im Ausland geschätzt für ihre hohen Zuschauerzahlen und die gute Stimmung, zahlreiche Fans aus dem Ausland kommen nach Deutschland zum Fußballschauen. Sehen Sie dieses Gut in Gefahr?
Epple: Durchaus. Extrem zerstückelte Spieltage und kurzfristige Terminierungen machen es sicher auch für "Touristen" nicht einfacher.
Abschließend: Wie sieht Bundesliga-Fußball in zehn Jahren aus?
Epple: Ich würde mir wünschen, dass ein Großteil der Spiele am Samstagnachmittag stattfindet. Aber ich befürchte, es wird eher so sein, dass von Freitagabend bis Montagabend rund um die Uhr Bundesliga-Fußball angeboten wird, und dann von Dienstag bis Donnerstag Europapokal. Und dann wieder von vorne.
Das Gespräch führte Christian Steigels
Benatia sauer über Hummels-Interesse
Mit seiner aktuellen Situation bei den Bayern unzufrieden: Mehdi Benatia
Einer möglichen Verpflichtung von BVB-Verteidiger Mats Hummels steht Bayerns Mehdi Benatia argwöhnisch gegenüber. Der Innenverteidiger äußerte sich kritisch über die anstehende Neuverpflichtung und seine Situation in München.
"Bayern verhandelt mit Hummels. Wenn ich gehen soll, werde ich gehen! Aber zuerst will ich diese Saison gut beenden. Wir können das Triple holen. Ich werde es nicht wie der Verein machen, der vor einem Halbfinale der Champions League über Transfers spricht", so der enttäuschte Benatia in einem Interview mit "Sky Italia".
Offenbar hat der Marokkaner auch schon eine Rückkehr zum AS Rom im Hinterkopf: "Das würde ich sicherlich machen. Alle wissen, dass Rom ein besonderer Ort für mich ist. So viele Leute sind in meinem Herz geblieben. Wenn ich Bayern verlassen sollte, wäre Rom eine Möglichkeit."
In der aktuellen Saison bringt es der Innenverteidiger auf 20 Pflichtspieleinsätze für die Münchner, wurde dabei aber auch immer wieder durch Muskelverletzungen zurückgeworfen und gehört deshalb nur selten zum Stammpersonal.
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