domingo, 4 de setembro de 2016

GERMANY - Hummels und Müller legen Finger in deutsche Wunde



Die Statistik spricht für Deutschland. Wenn die Nationalmannschaft am Sonntag in Norwegen antritt (20.45 Uhr, RTL und hier live im Ticker), kann es eigentlich nur einen Sieger gegen. Noch nie hat die Nationalelf ein Auftaktspiel oder eine Auswärtspartie in einer WM-Qualifikationverloren.


Zudem kann Bundestrainer Joachim Löw auf alle Spieler seines 19-Mann-Kaders zurückgreifen, niemand ist verletzt oder krank. Perfekt ist die Stimmung in der Mannschaft aber dennoch nicht. Zu deutlich wurde im Verlauf der Europameisterschaft – Deutschland schied im Halbfinale aus – ein großes Problem. Mats Hummels nennt die mangelnde Torgefahr sogar „einen zentralen Punkt“, an dem nun angesetzt werden müsse.
Die Mannschaft brauche eine größere Strafraumpräsenz, sagte der Bayern-Verteidiger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Mit mehr Spielern vor dem Tor, und auch größerer Entschlossenheit. Da müssen wir noch mehr torgeile Spieler haben.“

Vorbereiter? Ja! Vollstrecker? Nein!

Das Mittelfeld ist zwar offensiv sehr stark besetzt, laut Hummels besitze es aber zu wenig Tordrang. Zuletzt sei Thomas Müller fast der Einzige gewesen, „der aus dem Mittelfeld nachrückt in den Sechzehner“, sagte er: „Mit Mesut Özil als Zehner haben wir einen Spieler, der gern außerhalb des Strafraums agiert, dementsprechend müssen – mit ihm im Zentrum – andere mit rein in den Sechzehner.“
Dies sei vor allem bei der EM nicht häufig genug der Fall gewesen. „Wir haben sehr viele, die die Tore gern vorbereiten. Ich finde, wir könnten mehr Spieler gebrauchen, die die Tore auch schießen wollen“, betonte Hummels. Das sei trainierbar, „durch viele Abschlüsse oder mit Tiefenläufen“.
Zuvor hatte neben Löw auch Müller mangelnde Schärfe vor dem Tor moniert. Der „Bild“ sagte er: „Natürlich haben wir in dieser zentralen Position zu wenig Optionen. Das ist ein grundsätzliches Problem.“
Dies dürfte auch in Norwegen wieder sichtbar werden, da Mario Gomez fehlt. Dieser sei laut Müller im Augenblick der einzige Spieler, der die Rolle als zentraler Angreifer ausfüllen könne. Er bezeichnete es daher als „förderlich für den deutschen Fußball, wenn in den nächsten Jahren Spieler kommen, die sich auf dieser Position in der Weltspitze bewegen“.
Hummels glaubt, bis dahin kurzfristige Lösungen zu kennen. „Ich denke da speziell an einen wie Marco Reus, er ist wirklich einer, der heiß auf den Abschluss ist, der viele Wege in die Tiefe macht. Er passt perfekt zum Rest der Mannschaft“, sagte er über seinen ehemaligen Kollegen bei Borussia Dortmund, der allerdings in Norwegen genauso fehlt wie Gomez. In Norwegen dürfte also trotz schwacher EMMario Götze zentral offensiv spielen.
Hummels hingegen könnte sich dort auch einen anderen Spieler vorstellen: „Ansonsten ist auch Julian Draxler einer, der das alles kann.“ Der Wolfsburger sei der Nationalspieler, der „in dieser Hinsicht vielleicht sogar das größte Potenzial besitzt“.

Die Aufstellungen

Norwegen: Jarstein (Hertha BSC) – Svensson (Rosenborg BK), Hovland (1. FC Nürnberg), Nordtveit (West Ham United), Aleesami (US Palermo) – Skjelbred (Hertha BSC), Johansen (FC Fulham), Selnaes (AS St. Etienne), Henriksen (AZ Alkmar), Tettey (Norwich City) – King (FC Bournemouth)
Deutschland: Neuer (Bayern München) – Kimmich (Bayern München), Höwedes (Schalke 04), Hummels (Bayern München), Hector (1. FC Köln) – Khedira (Juventus Turin), Kroos (Real Madrid) – Müller (Bayern München), Özil (FC Arsenal), Draxler (VfL Wolfsburg) – Götze (Borussia Dortmund).

Nenhum comentário:

Postar um comentário