sexta-feira, 3 de junho de 2016

Barca bestätigt Bartra-Wechsel: Borussia Dortmund zieht Ausstiegsklausel



Borussia Dortmund hat offenbar einen Nachfolger für Mats Hummels gefunden. Anscheinend hat sich der BVB Marc Bartra vom FC Barcelona geangelt, würde bei den Transfermodalitäten allerdings gegen die eigenen Prinzipien verstoßen.

Über Twitter hatte Barca zunächst bekannt gegeben, dass der 25-Jährige den Verein verlässt. Wenig später bestätigten die Katalanen auf ihrer Website, dass der BVB die festgeschriebene Ausstiegsklausel über acht Millionen Euro für Bartra ziehen will. Der BVB vermeldete kurz darauf die Einigung mit Bartra auf einen Vier-Jahres-Vertrag bis 2020. Mit Barca seien aber "noch Details zu klären".

Die Mundo Deportivo und Sport berichteten zuvor schon übereinstimmend, dass Bartra bereits die medizinische Untersuchung absolviert hat. Der Preis für die Ausstiegsklausel sank dank der geringen Einsatzzeiten in der vergangenen Saison.

Allerdings haben sich die Katalanen einigen Berichten aus Spanien zufolge eine Rückkauf-Option im Vertrag verankern lassen. So soll Barca Bartra für eine festgeschriebene Summe ohne Einwilligung des BVB wieder nach Barcelona holen können.

Eine ähnliche Vorgehensweise gab es bei Denis Suarez, den Barca vor wenigen Tagen vom FC Villarreal zurückgeholt hat. Diese Klausel würde gegen die vielzitierten Prinzipien der Dortmunder verstoßen. Seit dem Abgang von Robert Lewandowski hat Hans-Joachim Watzke immer wieder betont, dass der BVB keine Ausstiegsklauseln mehr in die Verträge einbauen wird.

Das 80-Millionen-Dollar-Sorglospaket der Fifa

Ein Funktionärstrio um Ex-Präsident Sepp Blatter soll sich etwa für das korrekte Feststellen des WM-Siegers horrende Boni genehmigt haben. Der Fifa-Skandal nimmt damit eine neue Dimension an.

    Von Johannes Aumüller und Thomas Kistner

    Der Fußball-Weltverband Fifa erhebt schwere Vorwürfe gegen sein früheres Spitzenpersonal. Der langjährige Präsident Sepp Blatter, der frühere Generalsekretär Jérôme Valcke sowie der erst vor zwei Wochen fristlos entlassene Finanzchef Markus Kattner sollen zusammen allein in den vergangenen fünf Jahren mindestens 79 Millionen Schweizer Franken (80Millionen Dollar) an Gehältern und Boni erhalten haben. Die Zahlungen beruhten weitgehend auf diskreten Vereinbarungen, die nur Blatter, Valcke sowie der im Juli 2014 verstorbene, langjährige Blatter-Stellvertreter Julio Grondona (Argentinien) unterzeichnet hatten.

    Die von Anwälten der US-Großkanzlei Quinn Emanuel beratene Fifa listete am Freitag detailliert eine Fülle von Verträgen auf, die dem früheren Führungstrio diese Millionenzahlungen sicherten. Demnach sollen die drei etwa am 1. Dezember 2010 insgesamt 23 Millionen Franken an Bonus-Zahlungen für die abgelaufene WM in Südafrika erhalten haben: Blatter elf, Valcke neun, Kattner drei. Für die WM 2014 sollen Zusatzleistungen in Höhe von zusammengerechnet14 Millionen Franken ausgezahlt worden sein, für die WM 2018 seien 15,5Millionen vereinbart gewesen.
    Für alarmierend hält die Fifa zudem, dass finanzielle und vertragliche Vereinbarungen wiederholt zu sportpolitisch markanten Zeitpunkten stattfanden. So erhielten Valcke und Kattner vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 1. Juni 2011, als völlig unklar war, ob Blatter den Machtkampf gegen den einflussreichen Katarer Mohammed bin Hammam gewinnen würde, üppig ausgestattete 8,5-Jahres-Verträge. Damit seien den zwei Hauptamtlichen auch mögliche Zuwendungen in Höhe von bis zu 17,5 (Valcke) bzw. 9,8 Millionen Franken (Kattner) gesichert worden.
    Laut Fifa könnten zumindest manche dieser Kontrakte gegen Schweizer Recht verstoßen. Deshalb hat der Weltverband die Bundesanwaltschaft in der Schweiz sowie die Behörden in den USA informiert. Die Fifa sprach am Freitag von "enormen Fallschirmen", die sich das Trio untereinander zugeschanzt hätten, und nannte die Zahlungen "unethisch". Quellen nahe an den internen Ermittlungen beschrieben die Kriterien für die Boni-Wirtschaft auf der Chefetage als entlarvend dünn: Honoriert worden sei etwa, dass bei WM oder Confed-Cup alle Spiele gespielt und die Sieger korrekt festgestellt worden seien.
    Die Bundesanwaltschaft (BA) hat der SZ zudem bestätigt, dass es am Donnerstag in der Fifa-Zentrale erneut eine Hausdurchsuchung gab. Dabei seien Dokumente und elektronische Daten sichergestellt worden. Die Durchsuchung soll "die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen". Die BA ermittelt bereits seit dem Vorjahr rund um die Fifa. Ende Mai2015 eröffnete sie ein Strafverfahren im Zusammenhang mit den WM-Vergaben2018 an Russland und 2022 an Katar gegen unbekannt. Damals gab es auch die erste Razzia, in Kooperation mit der US-Justiz, die bereits seit 2010 rund um die Fifa ermittelt.
    Aus diesen Untersuchungen und der Sichtung der sichergestellten Dokumente leiteten sich im Herbst 2015 und im Frühjahr 2016 weitere Strafverfahren ab: Sie richten sich gegen Sepp Blatter wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie gegen den früheren General- sekretär Jérôme Valcke, ebenfalls wegen Untreue-Verdachts.

    sueddeutsche.de

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