"Ich halte ihn für talentiert, aber es ist schwierig für ihn", sagt VfB-Sportvorstand Robin Dutt über Carlos Gruezo (li.).
Der heute 20-jährige Mittelfeldspieler darf sich als Opfer der Umstände fühlen. Gescheitert an den vielen Trainerwechseln im Klub. In seinem ersten halben Jahr kam Gruezo unter Huub Stevens noch zu acht Einsätzen und half mit, den Klassenerhalt zu schaffen. Dann kam Armin Veh, bei dem der Jungprofi nach einem kapitalen Fehler am siebten Spieltag, der damals die 2:3-Niederlage in Berlin nach sich zog, für alle Zeit in Ungnade fiel. Das Brandmal des Fehlerhaften wurde Gruezo nie mehr richtig los. Auch in Stevens' zweiter Amtszeit wurde ihm das Vertrauen der Anfangszeit nicht mehr zuteil. Der VfB holte Serey Dié, der Anfang vom Ende für den zurückhaltenden Familienvater aus Südamerika.
Die Konkurrenz für Gruezo ist groß
Mittlerweile darf er sich glücklich fühlen, noch ab und zu im Kader zu stehen. Die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist ihm über den Kopf gewachsen. Spätestens seit ihn Ex-Trainer Alexander Zorniger - wie schon andere wie Niedermeier oder Stöger, der gefrustet und voreilig zum FC Paderborn flüchtete - aussortiert hat. "Er trainiert sehr fleißig, ist sehr engagiert, auch wenn er bei den Trainern nicht die große Rolle spielt", sagt Robin Dutt, der die Qualität des Nationalspielers nicht schmälern will. "Ich halte ihn für talentiert, aber es ist schwierig für ihn. Die Konkurrenz ist groß. Mit Serey hat er genau den gleichen Spielertypen vor der Nase, der schwer zu verdrängen ist." Außerdem Kapitän Christian Gentner, der gesetzt ist. Und andere, wie Mart Ristl, der laut Dutt "einen guten Weg macht". Oder Lukas Rupp, "der ist eine Allzweckwaffe geworden. Von der Sechs bis nach vorne, er spielt alles und alles sehr gut". Gruezo warte in den Augen des Sportchefs "noch auf den Durchbruch".
Den der zweikampfstarke Defensivmann wohl anderswo suchen wird. Der VfB braucht Geld, um in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv werden zu können. Dringend nötig sind ein Innenverteidiger, nach Möglichkeit ein Offensivmann fürs Mittelfeld und nicht weniger Verstärkung im Sturm. Gruezo, der sich als Musterprofi präsentiert und schnell deutsch gelernt hat, würde die Kasse angesichts eines Kontrakts bis 2018 etwas füllen. Interessenten gibt es bereits. Darunter auch seinen Ex-Klub SC Barcelona Guayaquil, zu dem noch enge Bande bestehen.
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